Kennen Sie den Satz: „Ist das Kunst oder kann das weg?“

Vermutlich stammt er aus der Zeit, als eine Putzfrau eines Museums in den 80er Jahren eine (damals übrigens umstrittene) Kunstinstallation von Joseph Beuys (Die Fettecke) in völliger Unkenntnis wegputzte. Das war ein Kunstskandal! Ähnliches passierte auch in 2011 in Dortmund mit einer Installation des Künstlers Martin Kippenberger… 800.000 Euro waren mit einem Wisch weggeputzt. Damit Sie sich in verschiedenen Kunstbereichen besser auskennen, sich selber trauen und verschiedene Kunstrichtungen ausprobieren, Spaß haben und sich in dem Thema Kunst weiterentwickeln, wird an unserer Schule seit diesem Semester WPU Kunst wieder angeboten.

Joseph Beuys arbeitet an der „Fettecke“, 1969.

Im Wahlpflichtfach Kunst sollen sie mit den Grundfunktionen der Wahrnehmung – Auswahl, Strukturierung und Sinngebung – vertraut werden und unterschiedliche Arten des Sehens: informierendes, motivierendes und bildnerisches Sehen unterscheiden können.
Sie sollten bereit sein, sich auf ästhetische Phänomene unterschiedlichster Art (Grafik, Skulptur, Architektur, Zeichnung, Malerei usw.) einzulassen.

Sie entwickeln Ihre individuellen ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten und verwirklichen diese kreativ in gestalterischen Prozessen.
Dabei werden Sie:
– Ausstellungen besuchen (auch online);
– verschiedene Museen, Künstler und ihre Werke kennenlernen, beschreiben, interpretieren und darüber reflektieren;
-sich selber künstlerisch ausdrücken.

„Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen“ des Künstlers Martin Kippenberger. Unten in der Mitte befindet sich ein Gummitrog mit einem weißlichen Kalkfleck – oder besser: befand sich. Denn eben diesen Fleck hat eine Putzfrau an allen vier Seiten weggeputzt.

Die geplanten Schwerpunkte in diesem Semester liegen in den Bereichen Zeichnen und Collage. Über die genauen Themenschwerpunkte und Projekte werden wir uns aber nach Ihrem Interesse gemeinsam entscheiden. Sind Sie interessiert? Dann sehen wir uns hoffentlich ganz bald im Raum 34 – dem meines Erachtens schönsten und sonnigsten Raum unserer Schule.

Ihre Frau Requadt